Albertus Magnus Haus

das etwas andere Studentenwohnheim in Heidelberg

Hintergrund

Was steckt hinter dem Albertus Magnus Haus?

Albertus Magnus, der Namensgeber des Albertus-Magnus-Hauses (AMH) war ein großer Universalgelehrter des 13. Jahrhunderts (ca. 1200 bis 1280). Er war Polyhistor, zugleich Philosoph, Jurist, Naturwissenschaftler, Theologe; Dominikaner und Bischof von Regensburg. Sein großes, vielseitiges Wissen verschaffte ihm den Namen Magnus (der Große), den Titel Kirchenlehrer und den Ehrentitel doctor universalis. Er kannte die antike und zeitgenössische Fachliteratur und wollte das Wissen seiner Zeit vollständig erfassen und in Lehrbüchern verständlich darlegen. Die mehr als 70 Abhandlungen und Bücher ergäben heute etwa 22.000 Druckseiten. Auf ihn gehen die Begründung der christlichen Aristotelik, damit der Hochscholastik und letztendlich der modernen Naturwissenschaft zurück. Papst Pius XII. ernannte Albertus Magnus am 16. Dezember 1941 zum Schutzpatron der Naturwissenschaftler – passender Weise ist dies auch (mindestens gefühltJ) die am stärksten vertretene Fraktion im AMH…

Vor 51 Jahren – also im Jahr 1957 – wurde das AMH eröffnet. Zunächst wohnte hier der Studentenpfarrer der KHG (Katholischen Hochschulgemeinde) gemeinsam mit Studierenden aller Fachrichtungen. Männer und Frauen waren strikt nach Fluren getrennt und nach Eintreten der Sperrstunde durfte sich kein Besucher des anderen Geschlechts mehr auf dem Zimmer befinden. Diese strikten Regeln müssen – wie man den Erzählungen ehemaliger Bewohner entnehmen kann – öfter mal für aufregende Minuten gesorgt haben…

Bezeichnend für das AMH war seine ganze Bestehenszeit hindurch jedoch eins: Man wohnt nicht nur zusammen, sondern man lebt und erlebt gemeinsam. Dies äußert(e) sich durch die so genannten „Tutorien“, Tanzkurse, Andachtsgruppen, gemeinsam gestaltete Gottesdienste, Gemeinschaftskoch- oder Spielaktionen, Barabende und vor allem die beiden Highlights, dem traditionellen Wichteln in der Adventszeit und dem Heimwochenende. Inzwischen und auch schon vor dem Umbau und der Renovierung 2005/2006 wohnt kein Priester mehr im Haus, sondern eine externe (soll heißen: nicht im Haus wohnende) Heimleitung hat die Organisation etc. übernommen. Die Sperrstunde und die getrennten Flure existieren auch nicht mehr und das Haus hat jetzt Platz für mehr Bewohner. Aber eins ist geblieben – nämlich der Geist des Hauses.